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Montag, 19. März 2018

Der Störenfried

Der Vorhang wich. Im Saale wurd es stiller.
Das Licht ging aus, die letzte Türe zu.
Man gab was Altes, Lessing oder Schiller,
doch Altes läßt den Neuen keine Ruh.

Nach fünf Minuten kam der erste Nackte.
Auf seinem Rücken stand in Braun: SA.
Braun war auch das, was er dann schreiend kackte
auf jenen Abort, der mal Bühne war.

Urin? Gab’s auch. Ein Yeti wurd geschlachtet,
zwei Hauptpersonen liebten sich im Blut.
Ich hab nicht weiter auf das Stück geachtet:
Ich mußte husten. Das kam gar nicht gut.

Ich mußte husten! Just als zweie kotzten.
Ich weiß, daß sich das wirklich nicht gehört:
Man hustet nicht. Die Hauptpersonen glotzten,
auch’s Restensemble fühlte sich gestört.

Mit seinen Blicken streute es die Asche
mir bös aufs Haupt, das Haupt des Trampeltiers.
Ein Hustenbonbon zog ich aus der Tasche.
Jedoch wie laut das Knistern das Papiers!

Die um mich saßen, ballten ihre Hände
in Wut zur Faust und schlugen auf mich ein.
Die auf der Bühne kamen bald zum Ende:
Ein Punker-Papst gebar ein wildes Schwein.

Ich hab das Stück, und wie es hieß, vergessen.
Ich weiß nur die Moral von dem Gedicht.
Mag auch ein Störenfried gern Kreide fressen:
Die sich an nichts mehr stören, stört er besser nicht.

(Thomas Gsella, 2011)

Dienstag, 10. Mai 2011

Osama Bin Laden

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Kommentar von mir stehen. Aber der mir bisher unbekannte Ken Jebsen geht so hart ins Gericht mit den Umständen des Todes Bin Ladens, den Veröffentlichungen der US-Regierung, der Rolle der Medien, die nicht hinterfragen, was in Abbottabad geschah, und nicht zuletzt der Passivität der Mehrheit, dass ich mir meine eigenen Worte sparen kann:

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Donnerstag, 23. September 2010

Bis neulich

Bis neulich, die aktuelleste Version des Programms von Volker Pispers, des wohl bestinformiertesten, sachlichsten und gerade daher gnadenlosesten politischen Kabarettisten dieser Republik, gibt gab es bis vor kurzem komplett (insgesamt mehr als zwei Stunden) bei Youtube zu sehen. Hier ist war der erste Teil als Anreiz für alle, sich einmal genauer vertraut zu machen mit dieser mehr als beachtlichen Persönlichkeit. Alternativ hier die aktuellste Version des Programms aus dem Radio bzw. das immer noch verfügbare alte Programm.

Samstag, 6. Oktober 2007

Kinder

Olaf Schubert mag sicher etwas gewöhnungsbedürftig sein, für manche gar gänzlich unlustig, ich aber bin von seiner herrlich pseudo-intellektuellen Art, seiner gestelzten Art der Bühnenpräsenz, seinem hässlichen immergleichen Pollunder und der ewig griesgrämigen Mimik inzwischen recht angetan.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Trierer Platt

Kein Kommentar...

Freitag, 17. August 2007

Der große Führer Kruk


Eine der wohl schillerndsten Figuren des sog. „nationalen Widerstands“ ist Silvio Reinhold Kruk. Als Führer der National-Sozialistischen Bewegung Deutschlands (NBD), die im wesentlichen aus ihm selbst besteht und als Akronym wie eine provinzielle Variante des Marktführers NPD klingt, sorgt er selbst innerhalb des rechtsextremen Spektrums regelmäßig für Heiterkeit, denn sein politisches Wirken ist Realsatire vom feinsten! Seit Jahren kämpft er nun schon für das Reich, vornehmlich, indem er Demos organisiert (von denen allerdings noch keine stattgefunden hat) und Videobotschaften in die Welt setzt, die von völliger rhetorischer und technischer Unfähigkeit zeugen (zwei exzellente Exemplare: eine Ankündigung und eine Antwort). Sein letzter Coup: in der Annahme, endlich treue Kameraden gefunden zu haben, mit denen er seine erste Demo gegen Antifa und Staat abhalten kann, unterwanderten ihn – Antifas: über Wochen hinweg hatten sie sich gegenüber Kruk als Kameraden ausgegeben. Sie übernahmen nicht nur detaillierte Planungen für die Demo, sondern gaben ebenso vor, für Lautsprechertechnik, Ordner und Teilnehmer zu sorgen. In einem privaten Schriftverkehr zwischen Kruk und seinen „treuen Verbündeten“ leugnete dieser obendrein auch noch den Holocaust.

Die Bilanz der glorreichen Aktion: statt einer Demo erntete er nur Hohn und statt Kameraden eine Strafanzeige. Ach wenn doch nur alle Nazis so unfähig wären wie dieser fast schon bedauernswerte Kerl!

Dienstag, 7. August 2007

Merkel und die Logik der Ökonomie

Volker Pispers mit einem schon etwas älterem Auftritt zum Amtsantritt unserer allseits beliebten Kanzlerin - mit einigen Abstrichen heute noch treffend.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Simpsons - Der Film

...ab morgen endlich in deutschen Kinos zu bewundern.

Montag, 28. Mai 2007

Briefe an die Leser


„Die endgültige Teilung Deutschlands – das ist unser Auftrag“ (Chlodwig Poth)

Als ich meine erste Titanic käuflich erwarb, tat ich dies noch mit D-Mark und unter dem Dicken aus Oggersheim als amtierendem Kanzler, der obendrein auch noch irre vom Cover heruntergrinste. Seitdem habe ich mir keine Ausgabe entgehen lassen, auch wenn die Qualität von Ausgabe zu Ausgabe recht stark schwankt, was auch an den eher prekären, anarchischen Produktionsbedingungen des „endgültigen Satiremagazins“ liegen mag. (Wen es interessiert, wie eine der wenigen wirklich unabhängigen deutschen Zeitschriftenredaktionen funktioniert, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt.) Doch auf einige Rubriken kann man sich stets verlassen: die Kolumne von Goldt, die exzellente Humorkritik von Hans Mentz – und natürlich die Briefe an die Leser, Deutschlands beste Leserbriefseiten. Die exzellente Idee, den Spieß einfach herumzudrehen und in wenigen Worten das Verhalten oder die Aussagen potenzieller Leser zu kommentieren, hat schon so manch durchwachsene Ausgabe (und mir so manche Tage) gerettet, weshalb ich mir sie stets als letztes zu Gemüte führe. Auch diesen Monat waren wieder einige satirische Schmankerl von Hilke Raddatz dabei, von denen ich hier einfach mal eines herauspicke:

Apropos, Hartmut Perschau!

Als Vorsitzender der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion mussten Sie natürlich mit „Erstaunen und Unverständnis“ auf die Meldung reagieren, wonach die vor über zehn Jahren aus der Haft entlassene Ex-RAF-Frau Susanne Albrecht seit ebenso vielen Jahren in Bremen Ausländerkindern Deutschunterricht gibt. Laut ddp nannten Sie es „völlig untragbar, dass unsere Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet werden“. Resozialisierung sei ja schön und gut, aber die dürfe „nicht auf dem Rücken unserer Kinder erfolgen“. 

Auch wenn, Hartmut Perschau, ein, zwei Wochen vor den Bürgerschaftswahlen schon mal bisschen was durcheinander geraten kann: Glauben Sie wirklich, dass Ihnen Ihre Stammwähler das honorieren, wenn sie die Kanakenbälger als „unsere Kinder“ bezeichnen? Wir meinen ja nur: Propaganda und Profilierung mit Hilfe der billigsten RAF-Reflexe – schön und gut. Aber muss das wirklich auf dem Rücken der Ausländerfeindlichkeit sein?

Ihre PR-Berater von der 
Titanic

Samstag, 12. Mai 2007

Freiheit ...zum zweiten

Gerhard Polt ist und bleibt einer der besten Kabarettisten dieses Landes. Die Art und Weise, wie er dem Volk aufs Maul schaut und sich dabei seiner Sprache bedient und in dessen Rolle schlüpft ist so subversiv wie missverständlich, weshalb so manche(r) Ahnungslose(r) - vor allem Nicht-Bayer - den guten Herrn schon schockiert in die rechte Ecke stellte.
Doch er entlarvt nur, er verkörpert Karikaturen, er macht Realsatire - und das seit Jahrzehnten auf erstaunlich gleichbleibend hohem Niveau. Warum Freiheit und Sklaverei keine Widersprüche sein müssen zeigt dieses kurze, schon etwas ältere Stück des genialen Oberbayern. Viel Spaß!

Samstag, 20. Januar 2007

Filmanalyse

"Der Mensch im Abfallbehälter. Das ist doch das Volk im Abfall jener Konsumgüter, deren Produktionsstätten sich im Besitz des Großkapitals befinden."

"Nein. Der Mensch ist eingeschlossen in den komplizierten Mechanismus unserer modernen Zivilisation, der bei der geringsten falschen Bewegung aus dem Gleichgewicht gerät. Und wenn der Mann den Deckel dieses Mechanismus lüftet, sieht er sich allein gelassen - von jeder Seite."

"Das ist nie ergreifender insziniert worden. Da erhebt sich das ausgebeutete Individuum aus dem Untergrund und bietet seinen Unterdrückern die Stirn."

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: ein absoluter Klassiker!

Montag, 18. Dezember 2006

Simpsons Christmas Story

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte und eine (leider) eher dämliche Episode, aber es sind immer noch die Simpsons... Und für alle, die eine klassische, sentimentale Weihnachtsgeschichte suchen hier das allererste Christmas Special der Simpsons. Fröhliche Weihnachten!

Mittwoch, 25. Oktober 2006

"Ich bin nicht der offizielle Kirchenjesus"














Jaja, der Kinski... Wer erinnert sich nicht gerne an diesen völlig wahnsinnigen, aber genialen Schauspieler, der hin und wieder zu unkontrollierten und völlig maßlosen Wutausbrüchen neigte? Einige schöne Beispiele finden sich in der Doku "Mein liebster Feind" von Werner Herzog, der zusammen mit Kinski einige seiner wichtigsten Filme (Aguirre, Nosferatu, etc.) unter teils grenzwertigen Bedingungen drehte und mit seinen Eigenarten sehr vertraut war. Dass die Doku gleichermaßen eine Selbstdarstellung Herzogs wie Kinskis darstellt - geschenkt. Dafür bekommt der Zuschauer gleich zu Beginn eine legendäre Szene Kinskis geliefert: 1971 absolvierte er seinen letzten Bühnenauftritt unter dem Motto "Jesus Christus Erlöser - Klaus Kinski spricht das Neue Testament", der heftigste Reaktionen hervorrief. Zwei Minuten dieses Irsinns schafften es in den Film und bieten den perfekten Einstieg in die Psyche dieses wahnsinnigen Genies...